Die althergebrachte, jahrtausende alte Kunst der Sternendeutung, sprich die Astrologie, hat in ihrer Entwicklung, welche wohl eigentlich ihren Anfang nahm in der ursprünglichsten Form der Naturbetrachtung, mit der Wahrnehmung des Sonnenlaufes als regelmäßigen Wechsel von Tag und Nacht, sowie des rhythmischen und immer wiederkehrenden Ablaufs der Jahreszeiten, viele Phasen durchlaufen.
Auch hat sie in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Formen angenommen und es bedurfte ein jahrtausendelange Geschichte, bis sie in der abendländischen Kultur ihre heutige, moderne Form annahm. Diese moderne Form wiederum ist alles andere als einheitlich, es gibt unterschiedlichste Schulen und Richtungen, sowie mannigfaltige Bereiche (Schicksal, Selbsterkenntnis, Partnerschaft, Politik, Börse, Medizin, Psychologie) auf die die Astrologie angewandt wird. Allen Formen gemeinsam ist letztlich, das der reale Stand der Sterne im Sonnensystem zu einem gewissen Zeitpunkt, teilweise ergänzt durch abstrahierte Faktoren, in eine zweidimensionale Darstellung mit geozentrischer Perspektive übertragen wird, aufgrund welcher dann die astrologische Deutung vorgenommen wird. Selbstverständlich geht die Astrologie dabei nicht davon aus, dass die Sterne aufgrund irgendwelcher Strahlen die Ereignisse beeinflussen (die Menschen „prägen“ o. ä.); tatsächlich ist der eigentliche Wirkungszusammenhang, aufgrund dessen Astrologie funktioniert, bis heute ungeklärt und wird von „strenger“ Wissenschaft immer noch ins Reich des Aberglaubens verwiesen.
Da für mich als studierter Philosoph und ausgebildeter Astrologe solch „strenge“ Wissenschaft selbst zum Reich des Aberglaubens gehört, und sich in meiner täglichen Arbeit einfach zeigt, dass Astrologie funktioniert, gehe ich davon aus, dass der eigentliche Wirkungszusammenhang der Astrologie vielleicht einmal in ferner Zukunft als „holistisch– quantenphysikalisch bedingte Synchronizität im Rahmen des allumfassenden morphogenetischen Feldes“ oder Ähnlichem gefunden wird. Und in der Gegenwart denke ich, dass dieses wunderbar faszinierende Werkzeug Astrologie zu schade wäre, um ungenutzt zu bleiben.
Dennoch gibt es selbstverständlich einige Dinge zu beachten, insbesondere wenn das Horoskop für eine Beratung anderer Menschen herangezogen wird: Es geht bei der Astrologie selbstverständlich nicht darum, den Menschen auf ein irgendwie geartetes Sein festzulegen. Ein menschliches Wesen ist viel mehr, als eine astrologische Analyse zu fassen vermag. Aus dem Horoskop lassen sich vielmehr bestimmte Lebensthemen und Persönlichkeitsdynamiken schließen und im Zusammenhang mit den gegebenen Einflüssen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeiträumen die so genannte Zeitqualität ermitteln, die zu diesen Zeiten vorliegt. Daraus kann man dann erkennen, welche Handlungsalternativen sich anbieten und angemessen sind.